"Im Zwielicht erscheinen die Monster." - Warum die nächste Stufe von

Michael Schiller
14. Mai 2026 · 3 Minuten Lesezeit
Agilität Disruption Führung Transformation Zukunftsfähigkeit

Das Wichtigste in Kürze

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Ich reiche dieser Tage einen Vortrag für die Manage Agile 2026 in Leipzig ein. Hier ist die Einreichung. Eins zu eins, wie sie an die Programmkommission geht.

Titel

"Im Zwielicht erscheinen die Monster." - Warum die nächste Stufe von Agilität Unternehmertum heißt.

Format

Vortrag, 40 Minuten. Track New Leadership.

Abstract

Antonio Gramsci schrieb in den dreißiger Jahren im Gefängnis einen Satz, der seither auf die richtige Bühne wartet. Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren. In diesem Zwielicht erscheinen die Monster. Er meinte eine politische Übergangszeit. Er hätte auch über deutsche Unternehmen 2026 schreiben können.

Wir stehen in einem Zwielicht. Die alten Strukturen sterben, sichtbar im Mittelstand, kaschiert in Konzernen mit Innovation Lab im fünften Stock. Das Neue ist noch nicht geboren. Und in diesem Zwischenraum entstehen die Monster. Frameworks, die niemand braucht. Transformationen, die nichts transformieren. KI-Projekte als Ersatz für Strategie. Wir nennen das Agilität, aber wir halten damit nur das Sterbende am Leben, statt das Neue zu pflanzen.

Diese Keynote stellt eine unbequeme Frage. Was, wenn unsere gute Arbeit selbst das Problem ist? Was, wenn wir, die Coaches, die Pflegenden, die loyalen Träger der Organisationen, mit unserer Substanz beides verhindern, das ehrliche Sterben und das echte Wachsen?

Es gibt eine Antwort. Sie heißt nicht besseres Scrum. Sie heißt, lasst ehrenvoll gehen, was zu Ende ist. Und baut Neues. Räume, in denen Menschen wirklich wirksam werden dürfen. Unternehmen, die nicht aus Renditeoptimierung entstehen, sondern aus dem Mut, Arbeit wieder gestalten zu lassen.

Wenn von zehn Menschen in diesem Saal einer in den nächsten fünf Jahren ein Unternehmen aufbaut, in dem andere Menschen wirksam werden dürfen, haben wir in fünfzehn Jahren ein Land, in dem Arbeit wieder gestalten heißt.

Wir können (nur) retten, indem wir Neues erschaffen.

Drei Lernziele

Erstens. Den Mechanismus erkennen, durch den gute Arbeit Stillstand stabilisiert. Warum Coaches strukturell an den vier Schulden, technisch, organisatorisch, strukturell, kognitiv, nicht rankommen, und warum das nicht ihre Schuld ist, aber ihre Verantwortung wird.

Zweitens. Den Unterschied zwischen Retten und Ehren begreifen. Warum Loslassen die ehrlichere Form von Verantwortung ist, wann ein Unternehmen sterben darf, und wie das ohne Zynismus geht.

Drittens. Unternehmertum neu verstehen. Nicht als Selbständigkeit, sondern als Verantwortung, Räume zu schaffen, in denen andere Menschen Arbeit gestalten können statt sie nur zu ertragen. Wer das nicht tut, überlässt das Feld denen, die es schlechter machen würden.

Kurzbio

Michael Schiller, Jahrgang 1979. Organisationsentwickler und Digitalisierer aus Leidenschaft. Weiß, was Veränderung heißt, weil er sie mehrfach erlebt und begleitet hat. War Agile Coach, hat das aufgegeben, als klar wurde, dass die echten Hebel oberhalb der Position liegen, an die ein Coach jemals rankommt. Begleitet heute Mittelständler beim Aufräumen, bevor sie mit ihm digitalisieren und KI einsetzen. Glaubt, dass die deutsche Wirtschaft nicht mehr Coaches braucht, sondern mehr Menschen, die echte Verantwortung spüren, etwas Eigenes bauen und Unternehmertum wieder verstehen wollen.

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